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„Baumärkte müssen ihr stationäres Profil weiter schärfen“

10.04.2019

Dr. Ralf Bartsch – Foto: BHB

Dr. Ralf Bartsch – Foto: BHB

Ein Interview mit: Dr. Ralf Bartsch (BHB)

Seit Dezember 2018 hat der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) einen neuen Vorstandssprecher: Dr. Ralf Bartsch. Der Sprecher der Geschäftsführung der Brüder Schlau GmbH & Co. KG ist bereits seit Jahren im BHB-Vorstand aktiv, unter anderem in der Funktion als Finanzvorstand des Branchenverbands.

Herr Dr. Bartsch, die Unternehmen des Baumarkthandels konnten 2018 sowohl in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz einen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr erzielen. Trotzdem fordern Sie, dass die Baumärkte ihr stationäres Profil weiter schärfen müssen, warum?

Dr. Bartsch: Das ist richtig. Zunächst einmal stellen wir – wie andere Branchen auch – fest, dass sich die Kundenbedürfnisse ändern. In Zeiten, wo man bequem vom heimischen Sofa aus einkaufen kann, müssen unsere Händler ihren Kunden deutlichen Mehrwert bieten, damit sie weiterhin gern und oft unsere Märkte nutzen. Diese können, je nach Händler, natürlich sehr individuell gestaltet sein. Die Flächenstruktur der im BHB e.V. organisierten Händler ist sehr unterschiedlich und an die jeweilige strategische Ausrichtung der Unternehmen angepasst. Was aber für alle gilt ist, dass die Flächen multifunktionaler werden müssen, wenn Sie den Kunden auch zukünftig ein echtes Einkaufserlebnis bieten wollen. Das kann von Eventzonen, Test- und Hands-On-Flächen bis hin zu integrierten gastronomischen Lounge-Konzepten reichen. In welcher Ausprägung – das richtet sich wie gesagt nach den unterschiedlich ausgeprägten Vertriebskonzepten. Natürlich müssen sich auch die Sortimente den Flächen anpassen. Hochwertige Produkte, verbunden mit arrondierenden Warengruppen und dem passenden Zubehör – und das alles in einer ansprechenden Umgebung: Das wird das Konzept der Zukunft sein.

Ob bei Rasenpflege, Bewässerung, Sonnenschutz oder beim Grillen – Smart Gardening Themen spielen eine immer größere Rolle. Was bedeutet die zunehmende Digitalisierung des Gartensortiments für die im Baumarkt angebotenen Services? Sehen Sie diese Entwicklung eher als Herausforderung oder Chance?

Dr. Bartsch: Eindeutig letzteres! Mit einer breiten und tiefen Auswahl von passenden smarten Gartenprodukten haben unsere Gartencenter die Möglichkeit, sowohl ihre Sortiments- wie auch die Beratungskompetenz unter Beweis zu stellen. Der individuellen Beratung kommt hierbei eine echte Schlüsselrolle zu. Bei bestimmten Käufergruppen ist zurzeit noch eine gewisse Scheu vor einer Digitalisierung ihres bislang eher analogen Gartens zu spüren. Das hat auch mit unterschiedlichen technischen Standards zu tun, mit denen die smarten Anwendungen funktionieren. Unser kompetentes Fachpersonal kann da im individuellen Gespräch Scheu abbauen und dazu ermutigen, mit innovativen digitalen Produkten – ob Beleuchtung, Bewässerung, Barbecue usw. – Erfahrungen zu sammeln und auszuprobieren. Letztendlich sorgen unsere Gartenmärkte ja auch durch den Einkauf großer Stückzahlen dafür, dass diese erschwinglich geworden sind.

Können Sie persönlich sich auch für die Smart Gardening Ideen begeistern? Ist Ihr eigener Garten bereits vernetzt oder werden die Pflanzen dort noch analog versorgt?

Dr. Bartsch: In meiner Freizeit genieße ich wirklich gern die Natur und die schöne Umgebung. Als Händler, der sich mit der Gestaltung von Wohnräumen befasst, setzt sich dieses Faible natürlich auch im Garten fort. Und so wie sich unsere Wohnräume durch die digitale Technik verändern, verändern sich auch die Gärten, quasi als Verlängerung des eigenen Wohnzimmers. Das ist auch in meiner Familie der Fall. Für das Schöne ist derzeit meine Frau zuständig, für das Grobe ich … Die Kompetenz für Smart Gardening müssen wir noch zuweisen.

Weitere Informationen: bhb.org

Der BHB gehört zu den Verbänden, die auf der internationalen Gartenmesse spoga+gafa vertreten sind.

Autor: Roland Moers

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