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Die größte Rosensammlung der Welt

30.09.2019

Europa-Rosarium Sangerhausen – Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH/Karin Thom 4

Europa-Rosarium Sangerhausen – Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH/Karin Thom 4

An den Berghängen des Südharzes findet man die kleine Stadt Sangerhausen mit ihren rund 27.000 Einwohnern. Ein Meer von Millionen Blüten erwartet dort Besucher in jedem Sommer, denn die größte Rosensammlung der Welt hat hier ihren Platz.

Bereits 1903 wurde das Rosarium in Sangerhausen eröffnet. Das Ziel: Dem Aussterben von Rosenarten und -sorten entgegenzuwirken. Im Laufe der Jahrzehnte ist ein Sortiment entstanden, dessen Erhaltung und beständige Erweiterung bis in die heutige Zeit wichtige Aufgaben der Einrichtung sind. Derzeit werden auf 13 Hektar Land 8.600 Rosenarten und -sorten aus verschiedenen Epochen und Ländern der Welt gezeigt. Jedes Jahr aufs Neue bestechen sie durch ihre Formen-, Farb- und Duftvielfalt. 1993 erhielt die Sammlung den Titel „Europa-Rosarium“ und Sangerhausen wurde offiziell zur „Rosenstadt“ im Verein Deutscher Rosenfreunde e.V. ernannt. Besonders stolz ist man auch auf den „Award of Garden Excellence“, mit dem die Anlage von der „World Federation of Rose Societies“ ausgezeichnet wurde. Diese Anerkennung wird an weltweit herausragende Rosengärten verliehen.

Europa-Rosarium Sangerhausen – Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH/Karin Thom 2

Europa-Rosarium Sangerhausen – Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH/Karin Thom 2

Genbank und lebendiges Museum

Das Europa-Rosarium ist aber nicht nur ein lebendiges Museum, das die Entwicklungsgeschichte der Rose von den Wildformen bis hin zu den modernen Sorten eindrucksvoll präsentiert, sondern auch eine wichtige Genbank. Insgesamt sind in Sangerhausen rund 80.000 Rosenstöcke angepflanzt. Darunter finden sich etwa 500 unterschiedliche Arten und Formen von Wildrosen. Beeindruckend ist auch die große Anzahl an Kletterrosen: Jedes Jahr ab Juni verleihen die 850 verschiedenen, zu Pyramiden und Säulen gebundenen Sorten dem Park ein prachtvolles Aussehen. Kontinuierlich wird die Rosensammlung in Sangerhausen ausgebaut. Den Schwerpunkt bei der Erweiterung des Sortiments legt man bei Neuzüchtungen vor allem auf europäische und insbesondere deutsche Sorten. Daneben arbeitet man intensiv an der Vervollständigung der Gruppen der Wildrosenarten sowie der Historischen Sorten.

Europa-Rosarium Sangerhausen – Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH/Karin Thom 3

Europa-Rosarium Sangerhausen – Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH/Karin Thom 3

Alte Rosen

Auch immer mehr Gartenbesitzer interessieren sich in den letzten Jahren für Historische Rosen. Diese haben aufgrund ihrer mitunter rätselhaften Herkunft ein sehr romantisches Image, begeistern aber auch durch ihre Schönheit und häufig durch einen betörenden Duft. Was genau macht aber eine Sorte eigentlich zur „Alten“, also Historischen Rose? 1867 ist in diesem Zusammenhang ein entscheidendes Jahr. In Frankreich wurde damals die Rosensorte 'La France' entdeckt. Da sie nicht gezielt gezüchtet wurde, kann über ihre Abstammung nur spekuliert werden: Wahrscheinlich ist sie durch eine Kreuzung von einer aus China eingeführten gelben Teerose mit einer Remontant-Rose entstanden. 'La France' zeichnet sich durch eine schöne Strauchform und dicht gefüllte Blüten in einem silbrig schimmernden Rosa aus. Wenn diese sich öffnen, erreichen sie einen Durchmesser von etwa neun Zentimetern. Dass diese Teehybride zuverlässig von Juni bis Oktober blühte, war damals etwas ganz Besonderes. In der Geschichte der Rosenzüchtung steht 'La France' für den Wendepunkt zwischen alten und modernen Rosen.

Heute werden alle Sorten, die zu Klassen gehören, die es bereits vor den Teehybriden gab, als „Alte Rosen“ bezeichnet. Dazu zählen beispielsweise die Gallica-Rosen. Vermutlich standen einige von ihnen schon vor 2.500 Jahren in europäischen Gärten. Die bekannteste Vertreterin dieser Klasse ist die Rosa gallica ‘Officinalis’, auch Apothekerrose genannt. Ebenfalls seit langem ein Teil unserer Gartenkultur sind die rosa- oder weißblütigen Alba-Rosen mit ihren großen Stacheln und dem dunklen Laub. Die Sorte ‘Semiplena‘ war offenbar schon in der Antike bekannt und wurde ab dem Mittelalter immer wieder in botanischen Büchern abgebildet. Auch Damaszener-Rosen, die ursprünglich aus Mittelasien stammen, schmückten schon im 16. Jahrhundert niederländische Gärten. Alle Alten Rosenarten gehen auf Wildrosen zurück. Entdeckten die Menschen in der Natur schöne Mutationen oder Kreuzungen, kultivierten sie diese in den Gärten weiter. Gezielte Rosenzüchtungen gab es erst etwa ab Anfang des 19. Jahrhunderts.

Europa-Rosarium Sangerhausen – Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH/Karin Thom 1

Europa-Rosarium Sangerhausen – Foto: Rosenstadt Sangerhausen GmbH/Karin Thom 1

Aimable Amie (unbekannt um 1800)
Belle Isis (Parmentier um 1845)
Belle sans flatterie (unbekannt vor 1806)
Catherine Guillot (Guillot 1861)
Duc de Cambridge (Laffay, J. vor 1841)
Félicité Hardy (Hardy 1832)
Général Kleber (Robert 1856)
Ispahan (unbekannt vor 1832)
Königin von Dänemark (Booth, J. 1816)
Léda (Deschiens 1826)
Mme. Boll (Boll 1843)
Mme. Cornélissen (Cornélissen 1865)
Palais de Laeken (Laeken entstanden 1824)
Pompon Blanc Parfait (Verdier, E. 1876)
Rembrandt (Moreau-Robert 1883)
Rosa gallica L. var. splendens HORT. 'Splendens'
Rosa gallica L. 'Versicolor'
Rosa gallica var. officinalis 'Officinalis'
Rosa x centifolia L. var. muscosa (MILL.) SER. 'Muscosa'
Rosa x damascena MILL. var. damascena f. trigintipetala
Sappho (England entstanden vor 1817)
Souvenir de Pierre Vibert (Moreau-Robert 1867)
The Portland Rose (unbekannt vor 1775)

Aimable Amie (unbekannt um 1800)

Belle Isis (Parmentier um 1845)

Belle sans flatterie (unbekannt vor 1806)

Catherine Guillot (Guillot 1861)

Duc de Cambridge (Laffay, J. vor 1841)

Félicité Hardy (Hardy 1832)

Général Kleber (Robert 1856)

Ispahan (unbekannt vor 1832)

Königin von Dänemark (Booth, J. 1816)

Léda (Deschiens 1826)

Mme. Boll (Boll 1843)

Mme. Cornélissen (Cornélissen 1865)

Palais de Laeken (Laeken entstanden 1824)

Pompon Blanc Parfait (Verdier, E. 1876)

Rembrandt (Moreau-Robert 1883)

Rosa gallica L. var. splendens HORT. 'Splendens'

Rosa gallica L. 'Versicolor'

Rosa gallica var. officinalis 'Officinalis'

Rosa x centifolia L. var. muscosa (MILL.) SER. 'Muscosa'

Rosa x damascena MILL. var. damascena f. trigintipetala

Sappho (England entstanden vor 1817)

Souvenir de Pierre Vibert (Moreau-Robert 1867)

The Portland Rose (unbekannt vor 1775)

Autor: Roland Moers

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