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Natürliche Klimaanlage: Pflanzen an Fassaden und auf Dächern

15.03.2019

Stefano Boeri: Nanjing Vertical Forest © Stefano Boeri Architects

Stefano Boeri: Nanjing Vertical Forest © Stefano Boeri Architects

Weltweit werden die Städte immer größer. Damit nimmt nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Dichte der Bebauung zu. Begrünte Fassaden und Dächer können dazu beitragen, das Klima sowie die Luftqualität in urbanen Räumen zu verbessern. Aktuelle Projekte lassen daher Pflanzen an und auf Häusern wachsen.

Grüner Sonnenschutz

Der März und April sind besonders als Pflanzmonate geeignet. Anlass genug, um einmal das Thema begrünte Fassaden und Dächer in den Blick zu nehmen. Schließlich werden damit große Vorteile verbunden: Pflanzen sind ein natürlicher Schutz vor Sonneneinstrahlung und produzieren viel Sauerstoff. Sie halten im Sommer die Hitze ab und verbessern die Qualität und Zirkulation der Luft in der Stadt.

Dachterrasse der Nationaloper und Nationalbibliothek in Athen © SNFCC, Yiorgis Yerolymbos

Dachterrasse der Nationaloper und Nationalbibliothek in Athen © SNFCC, Yiorgis Yerolymbos

Studie belegt positive Effekte

Wissenschaftler der Universität zu Köln und des Forschungszentrums Jülich haben im letzten Jahr gezeigt, dass grüne Fassaden nicht nur das Hausklima positiv regulieren. Auch gesundheitsschädliche Stickoxide oder Feinstaub werden von ihnen absorbiert und gefiltert. „Fassadenbepflanzung verbessert sowohl das Stadt- als auch das Raumklima und trägt zur Erhaltung und Erhöhung der Artenvielfalt in der Stadt als Lebensraum für Fauna und Flora bei“, so Professor Dr. Hans Georg Edelmann vom Institut für Biologiedidaktik der Universität zu Köln.

Stefano Boeri: Palazzo Verde, Antwerpen © Stefano Boeri Architects

Stefano Boeri: Palazzo Verde, Antwerpen © Stefano Boeri Architects

Förderung von Hausbegrünung

Um die Begrünung von Fassaden, Dächern und Innenräumen zu fördern, hat sich in Deutschland der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) gegründet. Die Fachvereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, den noch relativ geringen Anteil begrünter Häuser deutlich zu erhöhen. Dafür richtet sie unter anderem einen jährlichen Wettbewerb aus, der besondere Bauten mit hohem Grünanteil auszeichnet.

Die „BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres 2018“ © GDL Belke/Vertiko

Die „BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres 2018“ © GDL Belke/Vertiko

Weltweiter Trend 

Auch international liegt die Begrünung von Architektur im Trend. Die großen Metropolen in Asien experimentieren schon länger mit grünen Neubauten, um die positive Effekte auf das Stadtklima zu nutzen. Architekten wie der Italiener Stefano Boeri lassen ganze Hochhäuser hinter dichtem Bewuchs verschwinden und planen komplett begrünte neue Städte. Mit Pflanzen bestückte Fassaden oder Dächer könnten so langfristig die Lebensqualität in den Städten erhöhen und vielleicht sogar die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren.