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„Respekt und Anerkennung muss man sich erarbeiten“

28.11.2019

Martina Mensing-Meckelburg – Foto: VDG

Martina Mensing-Meckelburg – Foto: VDG

Seit vier Jahren ist Martina Mensing-Meckelburg Präsidentin des Verbands Deutscher Garten-Center (VDG). Wir haben mit ihr über ihre Aufgabe gesprochen.

Der VDG wurde bereits in den 1960er Jahren gegründet und vertritt seitdem die Interessen privater, inhabergeführter Gartencenter. Derzeit sind 200 Unternehmen aus allen Regionen der Bundesrepublik sowie rund 180 Betriebe aus der Zulieferindustrie Mitglied im Verband.

Frau Mensing-Meckelburg, die Gartencenter-Branche ist in weiten Teilen ja immer noch eine Männerdomäne. War es schwer für Sie, sich dort als Frau durchzusetzen?

Mensing-Meckelburg: Momentan sind die Inhaber und Gründer der Gartencenter hauptsächlich männlich, das ist richtig. Aber bei unserer Juniorengruppe kann man deutlich sehen, dass sich hier etwas verändert. In immer mehr inhabergeführten Unternehmen sind es jetzt die Töchter, die den Betrieb übernehmen. Die Hauptzielgruppe der Gartencenter ist ja ebenfalls weiblich. Da ist es wichtig, sich in seine Kundinnen hineinversetzen zu können und ihre Ansprüche, Bedürfnisse und Wünsche umzusetzen.

Aber zurück zu Ihrer Frage: Jeder, der eine Position als Verbandspräsident einnimmt, muss sich seinen Respekt und seine Anerkennung erarbeiten. Da ist es meiner Meinung nach egal, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Als Präsident eines Verbandes ist man den Mitgliedern verpflichtet. Mir persönlich fällt es leicht, mit großer Offenheit auf Menschen zuzugehen und das hilft wiederum beim Networking. Meine Aufgabe ist es u.a. Menschen miteinander zu verbinden und wenn es mir gelingt für alle Beteiligten eine Win/Win-Situation zu erreichen, freut mich das.

In den letzten Jahren hat sich der VDG mit zahlreichen Initiativen für Biodiversität, Arten- und Insektenschutz eingesetzt. Werden diese Aktionen auch in Zukunft fortgeführt? Oder gibt es andere Schwerpunktthemen?

Mensing-Meckelburg: Biodiversität und Artenschutz spielen als übergeordnete Themen auch in der nächsten Zeit bei unserer Verbandsarbeit eine wichtige Rolle, denn sie sind und bleiben von großem, gesellschaftlichem Interesse. Seit rund fünf Jahren arbeiten wir in diesem Bereich deshalb auch mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium zusammen – beispielsweise mit der Initiative „Bienen füttern“. Beim Thema Insekten sind wir natürlich auch sehr schnell bei den Vögeln. Auch für sie sind die privaten Gärten in den letzten Jahren wichtige Lebensräume geworden. Schade, dass trotzdem so viele Flächen in den Gärten versiegelt oder mit Schotter zugeschüttet werden. AIs Verband haben wir hier eine Aufklärungsaufgabe. Die Gartencenter vor Ort können dazu individuell beraten und in ihr Sortiment vermehrt Pflanzen aufnehmen, die sowohl den Insekten Nahrung bieten als auch pflegeleicht sind. Darüber hinaus werden im Zuge des Klimawandels vor allem die Sorten und Arten immer interessanter, die gut mit Trockenheit klarkommen. Mit dem Verband setzen wir außerdem weiterhin auf das Thema Urban Gardening und wollen den Verbrauchern Ideen für ihre eigenen kleinen, grünen Oasen in der Stadt liefern, denn wir vertreten die Auffassung: Jede Pflanze zählt!

Im September haben Sie am Internationalen Gartencenterkongress IGCC in England teilgenommen. Wie wichtig ist der Austausch über Grenzen hinweg für Ihre Branche?

Mensing-Meckelburg: Auch in diesem Jahr war es wieder ein tolles Treffen. 34 Nationen sind Mitglied beim IGCC und nehmen regelmäßig an den Kongressen teil: Neben den europäischen Ländern sind beispielsweise auch die USA, China, Neuseeland oder Südafrika – wo der Kongress übrigens im kommenden Jahr stattfinden wird – dabei. Es ist ein internationales Netzwerk, bei dem man sich sehr intensiv über Erfahrungen und aktuelle Probleme austauschen kann. Die Herausforderungen, der sich unsere Branche stellen muss, sind ja in vielen Ländern gleich oder doch zumindest ähnlich. Beispielsweise: Wie kann man junge Leute für die Arbeit im Gartencenter begeistern? Wie betreibt man gute Nachwuchswerbung? Wie findet man einen geeigneten Nachfolger für sein Unternehmen? Aber auch bei Themen wie Sicherheit im Unternehmen, Qualitätskontrolle, Umgang mit der Verpackungsordnung oder der optimalen Wegeführung in den Geschäften kann man vom Wissen der anderen profitieren. Der Klimawandel oder der Befall von Pflanzen mit Krankheiten oder Schädlingen sind ohnehin Aufgaben, bei denen es darum geht, länderübergreifend Lösungen zu finden. Insgesamt hat sich die internationale Gartencenter-Branche in den letzten Jahren schon zu so etwas wie einer großen Familie entwickelt. Auch unabhängig von dem Kongress besuchen wir hin und wieder mit Verbandsmitgliedern unsere europäischen Nachbarn und schauen uns dort interessante Projekte und Neuheiten an. Auf der anderen Seite kommen auch viele Gartencenter-Betreiber aus anderen Ländern zu uns nach Deutschland. Die Italiener fanden beispielsweise unsere Bienenaktionen klasse und haben sich davon inspirieren lassen.

Weitere Informationen: garten-center.de

Autor: Roland Moers

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