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3 Fragen an: Beatrice Degenhart (Garten-Bloggerin)

23.04.2020

Garten-Bloggerin Beatrice Degenhart – Foto: beatricedegenhart.de

Garten-Bloggerin Beatrice Degenhart – Foto: beatricedegenhart.de

Nachhaltige Gärten stehen bei der spoga+gafa 2020 im Mittelpunkt. Aber bereits Monate vor der Messe im September wird sich in Köln intensiv und ganz praktisch mit dem Thema beschäftigt: Es entsteht ein eigener Projektgarten.

Für die Realisation dieses nachhaltigen Mustergartens der spoga+gafa konnte die Garten-Bloggerin Beatrice Degenhart gewonnen werden. Die 38jährige Kölnerin hatte schon immer eine große Affinität zu Blumen und Pflanzen. Sie liebt es, in der Erde zu buddeln, zu säen und zu ernten. Ihr Wissen hat sie sich beim Tun im eigenen Schrebergarten angeeignet. Wir haben mit ihr über das neue Projekt gesprochen.

Impressionen aus dem Projektgarten. Foto: Beatrice Degenhart

Impressionen aus dem Projektgarten. Foto: Beatrice Degenhart

Frau Degenhart, was macht einen Garten zu einem nachhaltigen Garten? Ist es die Auswahl der Pflanzen, Substrate, Dünger und Pflanzenschutzmittel? Oder spielt das Thema auch in Bereichen wie BBQ oder Gartenmöbel eine Rolle?

Degenhart: Tatsächlich denken die meisten Menschen beim Thema 'Nachhaltige Gärten' wohl zunächst an Aspekte wie Dünger und Pflanzenauswahl. In diesen Bereichen können Gartenbesitzer auch eine Menge tun. Mit dem Einsatz von organischen Düngemitteln werden beispielsweise die Bodenorganismen gefördert und wer eigenes Obst und Gemüse anbaut, bekommt zudem eine Ernte in Bioqualität. Ideal ist es, wenn man sich im Garten einiges von der Natur abschaut und lernt in Kreisläufen zu denken. Der erste Schritt ist natürlich der gute alte Komposthaufen, in dem Rasenschnitt, Laub und andere Garten- und Küchenabfälle verrotten. Dabei werden wichtige Nährstoffe freigesetzt, die dem Erdreich zurückgegeben werden. Wer seine Gartenfläche außerdem möglichst vielfältig bepflanzt und dabei unter anderem auf heimische Gehölze und Blumen setzt, bietet Insekten, Vögeln und Kleinsäugern wie Igeln zum einen wichtige Nahrungsgrundlagen, zum anderen auch Versteck- und Brutplätze. Nachhaltigkeit bedeutet aber natürlich auch mit Ressourcen schonend umzugehen. So sollte im Garten vor allem Wasser nicht verschwendet werden. Der Wasserverbrauch lässt sich reduzieren, indem man beispielsweise Regenwasser sammelt und auf eine durchdachte Bepflanzung oder Bewässerungstechnik setzt.

Um auf Ihre Frage zurückzukommen, selbstverständlich kann man auch beim Grillen oder bei der Auswahl der Gartenmöbel auf Umweltaspekte achten. Ob Holzkohle oder Gartenbank – hier kann der Verbraucher beispielsweise Produkte wählen, die aus Gehölzen aus heimischen Wäldern gefertigt wurden. Wer bei den Gartenmöbeln wetterfestere Tropenhölzer bevorzugt, sollte darauf achten, dass sie aus zertifizierten Plantagen stammen und dafür kein Regenwald abgeholzt wurde. Wie Sie sehen, ist das Thema Nachhaltigkeit sehr umfangreich. Und je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Aspekte fallen einem auch bei der Gartengestaltung und -pflege auf. Das ist ein ständiger Lernprozess.

Impressionen aus dem Projektgarten. Foto: Beatrice Degenhart

Impressionen aus dem Projektgarten. Foto: Beatrice Degenhart

Können Sie schon etwas zur Planung und Anlage des nachhaltigen Projektgartens sagen?

Degenhart: Das Gelände befindet sich in der Kleingartenanlage „Kletterrose“ im Kölner Stadtteil Sülz. Der dortige Gartenverein und auch der Kreisverband Kölner Gartenfreunde e.V. haben uns bei der Suche und auch sonst sehr unterstützt. Ende April fand jetzt ganz offiziell der erste Spatenstich statt und ich habe mit der Umgestaltung der Fläche begonnen. Dabei ist mir wichtig, bereits vorhandene Materialien und auch bauliche Gegebenheiten zu nutzen. So wird beispielsweise ein altes Wasserbecken aus Beton nicht abgerissen sondern zum Hochbeet umgestaltet. Denn auch so können Ressourcen geschont werden und es entsteht weniger Abfall.

Impressionen aus dem Projektgarten. Foto: Beatrice Degenhart

Impressionen aus dem Projektgarten. Foto: Beatrice Degenhart

Was soll in dem Projektgarten bis zum Messestart der spoga+gafa im September noch alles passieren? Sind Aktionen geplant?

Degenhart: In dem Garten sollen in den nächsten Monaten möglichst viele neue innovative Produkte von spoga+gafa Ausstellern zum Einsatz kommen. Sie werden dann alle auch auf meinem Blog ausführlich vorgestellt. Den Veranstaltern der internationalen Gartenmesse und mir ist es wichtig, mit diesem Projekt zu zeigen, dass sich viele Unternehmen aus der Grüne Branche mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen und tolle Ideen entwickeln, um ihre Produkte, die Produktion oder den Transport umweltfreundlicher zu gestalten. Ob wir dann im Sommer eventuell sogar kleine Events – etwa einen nachhaltigen Grillabend – in dem Projektgarten veranstalten können, kann ich im Moment leider noch nicht sagen. Das ist ein bisschen abhängig davon, wie weit es Lockerungen in der derzeitigen Corona-Krise geben wird.

Weitere Informationen: beatricedegenhart.de

Autor: Roland Moers

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