Pflanzen- und Gartentrends 2026
Natürliche Vielfalt statt Einheitsgrün
Als Ausdruck eines bewussten Lebensstils erfreuen sich Naturgärten einer anhaltenden Beliebtheit. Statt akkurat gestalteter Rasenflächen möchten immer mehr Menschen ihren Garten als lebendigen Naturraum gestalten. Stauden, Pflanzen und Blumen werden so gewählt, dass sie die biologische Vielfalt fördern und Insekten Schutz und Nahrung bieten. Für kreative Grünräume sorgen Wildstauden und Wildgehölze oder Blackbox-Gardening mit selbst versamenden Pflanzen. Als Ausgleich zum geordneten Alltag entsteht so ein wild-romantisches Durcheinander.
Naturnahes Gärtnern erfreut sich einer anhaltenden Beliebtheit. © NABU/Sebastian Hennigs
Gutes Klima im Garten
Wetterextreme wie Starkregen oder lange Trockenphasen bestimmen zunehmend unser Klima. Umso wichtiger ist ein Garten, der diesen Bedingungen gewachsen ist – zum Beispiel mit Pflanzen, die sich den lokalen Boden- und Klimaverhältnissen anpassen können oder mit Obst- und Gemüsesorten, die Trockenheit und Hitze gut vertragen. Für heißer werdende Sommertage sind zudem Stauden und Baumsorten beliebt, die Schatten spenden und die Luft kühlen. Die effiziente Bewässerung erledigen automatisierte Systeme, XXL-Regenwassertanks und selbstbewässernde Pflanztöpfe. KI-gesteuerte Apps helfen bei der bedarfsgerechten Pflege.
Automatisierte Bewässerung an der gewünschten Stelle: Smart Pipeline Water Control. © GARDENA
Dekorative Selbstversorgung
Der heimische Anbau von Kräutern, Obst und Gemüse wird immer beliebter. Denn Selbstversorgung aus dem eigenen Garten ist gesund und schont die Haushaltskasse. Obstbäume, Kräuter- und Gemüsebeete werden daher zum wichtigen Teil des Gartens. Gestalterische Elemente wie Hochbeete oder Kräuterspiralen wirken dekorativ und versprechen reiche Ernte. Auch wer keinen großen Garten hat, kann sich auf dem Balkon oder mit Indoor Farming selbst versorgen. Für Anzucht und Pflege gibt es vertikale Pflanzsysteme, Minigewächshäuser und diverse Garten-Apps.
Dekorative Selbstversorgung mit Kräutern und Ergo Hochbeet-System. © Otto Graf GmbH
Klassiker für Beständigkeit
In einer sich schnell wandelnden Welt wächst der Wunsch nach Beständigkeit. Beim Gärtnern spiegelt sich dieses Bedürfnis in einer traditionellen und vertrauten Bepflanzung. Im Trend liegen etwa heimische Blumen, lokale Baumarten oder alte Obst- und Gemüsesorten. Als Gegengewicht zur digitalen Welt blühen klassisch-romantische Blumen wie Rosen oder Ranunkeln. Auch gefährdete heimische Wildpflanzen wie der zur Blume des Jahres 2026 gekürte Feldrittersporn kommen als Gartenzierde zum Einsatz. Dazu passen klassische Materialien wie Naturholz und Keramik für handgefertigte Gartenmöbel und Accessoires.
Der Feldrittersporn ist „Blume des Jahres“ 2026. © Loki Schmidt Stiftung/Foto: Hermann Timmann
Trendbarometer der Grünen Branche
Ob Naturgarten, Klimaanpassung oder Selbstversorgung – die kommende spoga+gafa wird die zentralen Trends der Grünen Branche in den Fokus nehmen. Vom 22. bis zum 24. Juni 2026 präsentiert die internationale Fachmesse für Gartenlifestyle und BBQ wieder alles rund um die Gartengestaltung: von Saatgut und Produkten für die Pflanzenpflege über Gartengeräte und Technik für Außenbereiche bis hin zu Accessoires und Outdoormöbel. Der Fachhandel sowie Garten- und Landschaftsbauer finden hier das komplette Marktangebot und neue Impulse für professionelle Gartenarbeit.
Autor
Leif Hallerbach