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So soll das Arbeiten im Garten einfacher und gesünder werden

11.03.2020

Leichter Transport ist wichtig: Der „Waterwheel XL mit Rädern“ lässt sich so einfach wie ein Rollkoffer bewegen. – Foto: Fiskars

Leichter Transport ist wichtig: Der „Waterwheel XL mit Rädern“ lässt sich so einfach wie ein Rollkoffer bewegen. – Foto: Fiskars

Rasenmähen, Unkrautjäten oder den Boden umgraben – Gartenarbeit zählt leider nicht gerade zu den rücken- und gelenkfreundlichsten Tätigkeiten. Mit der neuen Generation von Gartengeräten soll sich das ändern.

Auf dem 19. „IVG Medientag Garten“ im Februar 2020 in Köln beleuchtete Klaus Peter Teipel (klaus peter teipel research & consulting) wieder die aktuellen Entwicklungen in der Gartenbranche. Während sich in den letzten Jahren viel um Akku-Technologien und Smart-Gardening drehte, rücken mittlerweile auch wieder vermehrt andere Aspekte in den Vordergrund. Zu den Trendthemen des Gartenjahres 2020 gehören laut Teipel unter anderem die Punkte Gesundheit und Ergonomie.

Beim Begriff Ergonomie denken die meisten wohl zuerst an die Arbeitsplatzgestaltung. Ob Büro oder Werkstatt – Ziel ist es hier, die Abläufe und Geräte so zu optimieren, dass der Mensch bei seinen Tätigkeiten möglichst wenig ermüdet oder gar gesundheitlichen Schaden davonträgt. Mehr und mehr wird das Prinzip auch auf die Arbeiten von Hobbygärtnern übertragen. Denn die meisten Konsumenten wünschen sich auch für den heimischen Gebrauch Werkszeuge, die benutzer- oder bedienerfreundlich sind und mit denen die Gartenarbeit leicht von der Hand geht. Ergonomie gewinnt daher als Verkaufsargument zunehmend an Bedeutung und spielt bei der Produktgestaltung von Rasen- und Gartengeräten eine immer wichtigere Rolle.

Die Gartenschere „PowerGear“ ist mit wenig Kraftaufwand zu bedienen, da ihr Getriebemechanismus die Schneidkraft verdreifacht. – Foto: Fiskars

Die Gartenschere „PowerGear“ ist mit wenig Kraftaufwand zu bedienen, da ihr Getriebemechanismus die Schneidkraft verdreifacht. – Foto: Fiskars

Aber was zeichnet ergonomische Gartengeräte aus? Und wo liegen die Unterschiede zu herkömmlichen Werkzeugen? Hier einige wesentliche Aspekte:

  • Eine körpergerechte, physiologische Handhabung eines Gerätes in aufrechter Haltung muss gewährleistet sein. Dafür sollte sich der Stiel auf die jeweilige Größe des Hobbygärtners einstellen lassen. Teleskop-Stiele, beispielsweise bei Astscheren oder Dachrinnenreinigern, sorgen zudem dafür, dass Gartenarbeiten auch in größerer Höhe oder in Bodennähe bequem ohne Strecken oder Bücken durchgeführt werden können.
  • Bei den manuellen Gartengeräten gilt ein Hauptaugenmerk der Griffkonstruktion. Sie kann ein verbessertes und sicheres Handling sowie eine Entlastung der Schultern und Gelenke sicherstellen.
  • Auch eine ergonomisch geformte Stiel-Krümmung macht die Arbeit angenehmer und rückenfreundlicher, da hier bei den Bewegungsabläufen auf die optimale Hebelwirkung gesetzt wird.
  • Ein wichtiger Aspekt ist das Gewicht. Je weniger ein Gartengerät wiegt, umso leichter fällt auch das Arbeiten damit. Bei Spaten und Co. werden daher Stiele aus Materialien wie Aluminium immer beliebter. Gerade für Frauen ist das Gewicht eines Produkts oft kaufentscheidend.
  • Manche Gartenwerkzeuge, so z.B. Rosenscheren, werden häufig auch speziell für Links- und Rechtshänder entwickelt oder können von den Nutzern entsprechend eingestellt werden, um jeweils ein sicheres und leichtes Arbeiten zu ermöglichen.
  • Für motor- und elektrobetriebene Rasen- und Gartengeräte gilt, dass sie leicht manövrierfähig und alle Bedienelemente einfach zu händeln sind. Haben sie intelligente Zusatzfunktionen, werden viele Tätigkeiten einfacher. So lassen sich beispielsweise mit Hilfe einer Heckenschere mit abwinkelbarem Schneidkopf auch das Heckendach problemlos kürzen sowie die Bodendecker aus dem Stand stutzen.
  • Nicht nur beim Einsatz, sondern auch beim Transport und Verstauen sollten die Rasen- und Gartengeräte sich gut und leicht bewegen lassen.

Einige Hersteller wollen heute mit ihren Geräten nicht nur sicheres, rücken- und gelenkfreundliches Arbeiten ermöglichen, sie gehen sogar noch einen Schritt weiter und bieten klassische Gartenwerkzeuge als Fitnessgeräte an. Durch innovative Features und ihr Design sollen sie zur Verbesserung der körperlichen Gesundheit beitragen.

Auch über die Anforderungen an seniorengerechte Werkzeuge wird derzeit verstärkt nachgedacht. Denn aus Umfragen weiß man, dass gerade in der Gruppe der über 70-Jährigen viele Hobbygärtner sind. Vor allem kleinere Manufakturen entwickeln und produzieren mittlerweile auch spezielle Geräte für Menschen, die körperliche Einschränkungen haben, aber trotzdem nicht auf Gartenarbeit verzichten möchten.

Speziell für kleine Flächen: Der Mini-Rasenmäher „HandyMower Li-18/20“ soll sich so leicht bewegen lassen wie ein Staubsauger im Wohnzimmer. – Foto: Gardena

Speziell für kleine Flächen: Der Mini-Rasenmäher „HandyMower Li-18/20“ soll sich so leicht bewegen lassen wie ein Staubsauger im Wohnzimmer. – Foto: Gardena

Beim diesjährigen „IVG Medientag Garten“ haben wir uns bei einigen Ausstellern umgeschaut und nachgefragt, inwieweit das Thema Ergonomie bei ihren aktuellen Produktangeboten eine Rolle spielt.

Fiskars stellte in Köln unter anderem den „Waterwheel XL mit Rädern“ vor. Der automatische Schlauchaufroller wird als neue Ära der Gartenbewässerung präsentiert. Aus ergonomischer Sicht ist er interessant, da er sich durch seine Räder mit weicher Oberfläche und einem ausziehbaren Griff besonders leicht transportieren lässt. Die Trommel kann man wie einen Rollkoffer einfach hinter sich herziehen. Auch die Gartenschere „PowerGear“ ist mit wenig Kraftaufwand zu bedienen, da ihr Getriebemechanismus die Schneidkraft verdreifacht. Mit dem ergonomischen Rollgriff für Rechtshänder passt sich die Schere dem natürlichen Bewegungsablauf der Hand an. Für das Stutzen von Gehölzen hat der finnische Hersteller die „PowerGear X Teleskop-Schneidgiraffe“ entwickelt. Dank Verlängerungsstiel und Zubehörteilen können Hobbygärtner in der Höhe arbeiten und dabei mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.

Auch Birchmeier , der Schweizer Sprühgeräte-Spezialist, setzt bei seinen Rückensprühgeräten auf den Faktor Ergonomie. Der speziell geformte Tankkörper ist dem menschlichen Körper perfekt angepasst und hat zudem ein sehr geringes Eigengewicht. Das gesamte Pumpwerk beim Rückensprühgerät „RPD 15“, inklusive Druckgefäß, ist in den Pumphebel integriert. So muss der Träger deutlich weniger Kraft beim Sprühen aufwänden. Da sich der Pumphebel auf beiden Seiten anbringen lässt, ist das Gerät sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder ideal.

Leicht, wendig und kompakt ist der neue Gardena „HandyMower Li-18/20“. Der Mini-Rasenmäher wurde speziell für kleine Stadtgärten und Vorgärten entwickelt. Angetrieben wird er mit einem 18 Volt Akku und sein Einsatz soll nach Herstellerangaben so einfach und mühelos funktionieren wie Staubsaugen im Wohnzimmer. Die neue manuelle Heckenschere „2in1 EnergyCut“ verfügt über ein patentiertes zweistufiges Getriebe. Auf Knopfdruck lässt sich der Schneidemodus von „Schnellschnitt“ für dünne Äste auf „Kraftschnitt“ für dicke Äste umstellen. Dies soll zu bis zu zweieinhalbmal mehr Kraft führen. Alle Gardena Heckenscheren zeichnen sich durch ErgoTec-Griffe aus.

Der speziell geformte Tankkörper des Rückensprühgeräts „RPD 15“ ist dem menschlichen Körper perfekt angepasst. – Foto: Birchmeier
Die „2in1 EnergyCut“ ist je nach Einstellung normale oder Getriebe-Heckenschere. Das bringt mehr Power für dickere Äste. – Foto: Gardena

Der speziell geformte Tankkörper des Rückensprühgeräts „RPD 15“ ist dem menschlichen Körper perfekt angepasst. – Foto: Birchmeier

Die „2in1 EnergyCut“ ist je nach Einstellung normale oder Getriebe-Heckenschere. Das bringt mehr Power für dickere Äste. – Foto: Gardena

Gardena, Fiskars und Birchmeier präsentieren ihre Produktneuheiten übrigens auch auf der kommenden internationalen Gartenmesse spoga+gafa, die vom 6. bis 8. September in Köln stattfinden wird.

Mehr Infos zu garden creation & care finden Sie hier.
Autor: Roland Moers

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