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Mehr als Recycling

25.11.2020

Neue Pflanztopf-Kollektion aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff: „Vibes“ von elho © elho

Neue Pflanztopf-Kollektion aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff: „Vibes“ von elho © elho

Nicht erst seit Fridays for Future spielt das Thema Nachhaltigkeit in der Gartenbranche eine wachsende Rolle.

In der Corona-Pandemie ist das Thema Klimaschutz etwas in den Hintergrund getreten. Nach wie vor hat aber die Bewältigung des Klimawandels höchste Priorität für eine erfolgreiche Gestaltung der Zukunft. Als grüne Branche beschäftigt sich die Gartenbranche daher schon länger mit nachhaltigen Konzepten – sei es bei der Herstellung, dem Transport oder dem Gebrauch von Produkten für das Leben im Freien. So haben zum Beispiel viele Aussteller der vergangenen spoga+gafa ressourcenschonende Lösungen präsentiert. Dabei zieht sich das Thema Nachhaltigkeit quer durch alle Segmente. Waren nachhaltige Gartenmöbel früher eher im Premiumbereich zu finden, werden sie heute auch in den breiteren Sortimenten von Gartencentern und Baumärkten angeboten.

Länger hält besser

Naturgemäß spielt der Faktor Langlebigkeit eine wichtige Rolle für Außenbereiche. Unter anderem wegen des Klimawandels und den damit verbundenen Wetterextremen sind aktuelle Gartenmöbel besonders resistent. Innovative Materialien machen sie höchst witterungsbeständig und damit lange haltbar. Selbst Polstermöbel oder Outdoor-Teppiche halten auch Starkregen oder starker Sonneneinstrahlung stand. Als beständige und nachwachsende Rohstoffe kommen für die Herstellung von Außenmöbeln häufig Holz oder Rattan zum Einsatz. Immer mehr Produzenten und Verbraucher achten hierbei auf einen zertifizierten Anbau. Einige Hersteller kaufen ihre Möbel zurück, arbeiten sie auf und verkaufen sie dann weiter, um eine noch längere Lebensdauer zu gewährleisten.

Aktuelle Kollektion „Lilium“ (Design: BIG) von Skagerak mit FSC-zertifiziertem Holz © Skagerak
Rattan als Naturmaterial auch für den Innenbereich: Kollektion „Sense“ von Cane-line © Cane-line

Aktuelle Kollektion „Lilium“ (Design: BIG) von Skagerak mit FSC-zertifiziertem Holz © Skagerak

Rattan als Naturmaterial auch für den Innenbereich: Kollektion „Sense“ von Cane-line © Cane-line

Aus alt mach neu

Grüne Alternativen zu klassischen Outdoormaterialien wie Holz und Kunststoff sind wiederverwendete Materialien oder Reststoffe. Sie werden durch die Verarbeitung und Regeneration von Altprodukten gewonnen. Vermehrt findet sich zum Beispiel Plastik aus den Ozeanen und von PET-Flaschen in Gartenmöbeln, Outdoor-Teppichen oder Pflanztöpfen. Auch recycelte Metalle und gebrauchte Hölzer von Fischerbooten werden für neue Möbel verwendet. Viele Hersteller bieten außerdem schon bestehende Bestseller als „grüne“ Variante aus recyceltem Kunststoff an. Technische Standards für Beständigkeit, Haltbarkeit oder Stabilität werden damit nicht beeinträchtigt.

„Sipario“ Trennwandsystem aus wiederverwendetem Plastik von Nardi (Design: Raffaello Galiotto) © Nardi

„Sipario“ Trennwandsystem aus wiederverwendetem Plastik von Nardi (Design: Raffaello Galiotto) © Nardi

Zurück zur Natur

Das Bewusstsein für Umweltschutz wächst auch bei der Gartenarbeit. Mehr und mehr Menschen betrachten den Garten als Teil der Natur und möchten ihn entsprechend gestalten. Statt Rasen- oder Schotterwüsten zu schaffen, setzen sie auf naturnahes Gärtnern. Blühende Oasen mit Pflanzen und Gehölzen werden angelegt, um für Bienen und andere Insekten einen Lebensraum zu bieten. Für nachhaltiges Wachstum sorgen Blumenerden und Dünger aus regionalen Rohstoffen. Insektenschonender Pflanzenschutz oder biologisch abbaubare Pflanzhilfen unterstützen die umweltbewusste Gartenpflege. Die Bewässerung erfolgt ressourcenschonend mit gesammeltem Wasser aus der Regentonne. Deren Design gibt es mittlerweile in zahlreichen Farben und Formen für jeden Geschmack.

Grüner grillen

Auch auf den Bereich BBQ ist der „grüne“ Funke übergesprungen. Neue Beschichtungen aus organischen Materialien für Grills und Außenküchen sind frei von giftigen Stoffen und besonders langlebig. Eine clevere Idee ist der Einweg-Grill aus natürlichen und biologisch abbaubaren Materialien wie Bambus und Lava-Stein. Selbst die Grillholzkohle wird heute nachhaltig hergestellt und stammt zum Beispiel aus ökologischen Projekten für den Landschaftsschutz.

Einweg-Grill aus natürlichen und biologisch abbaubaren Materialien von CasusGrill © CasusGrill

Einweg-Grill aus natürlichen und biologisch abbaubaren Materialien von CasusGrill © CasusGrill

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Zu einem wesentlichen Faktor der Gartenbranche in Bezug auf Nachhaltigkeit gehört nicht zuletzt der Warentransport. Hersteller und Handel beschäftigen sich daher schon länger mit Konzepten für eine grüne Logistik. Da der Gartenmarkt mit saisonalen Spitzen verläuft, ist die rechtzeitige Bestellung und schnelle Auslieferung hierbei von größter Bedeutung. Die darauf abgestimmte Warenversorgung reduziert nicht nur Lagerkosten, sondern spart auch Ressourcen.

Autor: Leif Hallerbach

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